ezw_keyvisual(1).jpg

Aufgaben und Ziele der EZW

In ihrer Ordnung vom 3. Juli 1964 steht zum Auftrag der EZW: "Sie beobachtet die religiösen und weltanschaulichen Strömungen der Zeit und fördert die Klärung theoretischer und praktischer Fragen, die sich daraus ergeben."1 Die Neufassung der Ordnung vom 10. Mai 1996, die der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Zusammenhang des Umzugs von Stuttgart nach Berlin beschloss, wiederholt und präzisiert die Aufgabenstellung: „Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen ist die zentrale wissenschaftliche Studien-, Dokumentations-, Auskunfts- und Beratungsstelle der Evangelischen Kirche in Deutschland für die religiösen und weltanschaulichen Strömungen der Gegenwart." Sie "hat den Auftrag, die Entwicklungen im religiös-weltanschaulichen Bereich zu beobachten und ihre Bedeutung für die Evangelische Kirche in Deutschland zu klären. Sie trägt dazu bei, die Darstellung des christlichen Gottes- und Weltverständnisses im Gegenüber zu anderen Gottes- und Weltverständnissen zur Geltung zu bringen (evangelische Apologetik), und bemüht sich um Koordination der Arbeit zu religiös-weltanschaulichen Fragen im Bereich der Evangelischen Kirche in Deutschland."2

Unter veränderten Bedingungen und mit neuem Namen sollte mit der Gründung der EZW fortgesetzt werden, was in Berlin 1921 als Apologetische Centrale begonnen worden war und 1937 ein durch die Nationalsozialisten erzwungenes Ende gefunden hatte. Von Anfang an wurde Apologetik dabei weniger als Verteidigung, sondern vor allem als Antwortgeben verstanden.

Begegnen, beobachten, beschreiben, verstehen, deuten und aus der Perspektive des christlichen Glaubens Stellung beziehen: Dies sind grundlegende Schritte apologetischer Arbeit. Ausdruck fand und findet die Aufgabenstellung der EZW in einem weiten Arbeitsprofil, das von wissenschaftlicher Forschung bis zu praktischer Beratung und seelsorgerlicher Hilfestellung reicht.

Erkenntnisse und Arbeitsergebnisse werden in Vorträgen, auf Studientagungen, in Medienkontakten und in einer umfangreichen Publizistik weitergegeben. Enge Arbeitsbeziehungen bestehen zu den Weltanschauungsbeauftragten der evangelischen Landeskirchen und den Kolleginnen und Kollegen, die für dieses Arbeitsfeld im Bereich der katholischen Kirche im deutschsprachigen Bereich (Schweiz und Österreich eingeschlossen) verantwortlich sind. Die Anliegen christlicher Apologetik finden ebenso in zahlreichen Freikirchen Resonanz.

Angesichts der Breite des Arbeits- und Themenfeldes von Weltanschauungsarbeit ist diese auf Kooperation mit anderen kirchlichen und wissenschaftlichen Stellen angewiesen, ebenso auf Kontakte mit Eltern- und Betroffeneninitiativen. Die Internationalität neuer religiöser Bewegungen und weltanschaulicher Strömungen erfordert ein vermehrtes Bemühen, deren wissenschaftliche Erforschung in anderen Ländern wahrzunehmen und vom Umgang anderer Kirchen mit religös-weltanschaulicher Vielfalt zu lernen. Dies gilt insbesondere auch im Blick auf den Prozess des Zusammenwachsens der Staaten in der Europäischen Union.

 

Anmerkungen
1 Ordnung der EZW vom 3.7.1964, dokumentiert in: Matthias Pöhlmann / Hans-Jürgen Ruppert / Reinhard Hempelmann, Die EZW im Zug der Zeit, EZW-Texte 154, Berlin 2000, 83.
2 Ordnung der EZW vom 3.7.1964, Neufassung vom 10.5.1996, dokumentiert ebd., 86.