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EZW-Texte - 241-266

EZW-Texte 266

Kai Funkschmidt (Hg.)

False Memory

In der Therapie „wiedergefundene“ Erinnerungen

Berlin 2020, 80 Seiten
 


In den 1980er Jahren begannen in den USA zahlreiche Frauen, sich in Psychotherapien an sexuelle Gewalterfahrungen in ihrer frühen Kindheit zu erinnern. Diese sollten in der Familie, aber z. T. auch in satanistischen Gruppen stattgefunden haben. Sie hatten die Erlebnisse nach Ansicht ihrer Therapeuten so gründlich verdrängt, dass sie nichts mehr davon wussten – bis sie die Erinnerungen „wiederfanden“. Solche Berichte, bald auch aus Deutschland, warfen Fragen auf, da sich für die Ereignisse, an die sich die Patientinnen erst in den Therapien zu erinnern glaubten, nie Belege oder Zeugen fanden. Wissenschaftler weisen auf Erkenntnisse der Gedächtnisforschung hin, bei denen es um die Entstehung von „False Memories“ geht. Können diese ein Licht auf das Phänomen werfen, das bis heute unter Psychiatern und Psychotherapeuten hoch umstritten und auch in weltanschaulicher Hinsicht von Bedeutung ist?

Aus dem Inhalt

Vorwort

Federico Avellán Borgmeyer
Eröffnung der Fachtagung „Falsche Erinnerungen an sexuellen Missbrauch“

Thomas Knecht
125 Jahre falsche Erinnerungen an sexuellen Missbrauch

Melanie Sauerland
Erinnerungen an lange zurückliegenden sexuellen Missbrauch im therapeutischen Setting
Zum Stand aus wissenschaftlicher Sicht

Hans Stoffels
Falsche Erinnerungen aus der Erfahrung eines Psychotherapeuten

Michael Utsch
Der Einfluss weltanschaulicher Vorannahmen in der Psychotherapie
Das Beispiel „Rituelle Gewalt“

Jürgen Zillikens
Die rechtliche Situation von Menschen mit Therapie-induzierten „falschen Erinnerungen“ an sexuellen Missbrauch

Heide-Marie Cammans
Erste Hilfe und Begleitung bei „False Memory“-Opfern
Ein Bericht aus der Beratungsarbeit von False Memory Deutschland e. V.

Die Autorinnen und Autoren

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