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Materialdienst 1/2020
Friedmann Eißler

Bhakti Marga in der Kritik

Die Geschichte der hinduistisch-synkretistischen Gemeinschaft Bhakti Marga (Bhakti Marga Orden Deutschland e. V.) wird begleitet von kritischen Berichten über den Gründer und Leiter Paramahamsa Sri Swami Vishwananda vor allem wegen sexuellen Fehlverhaltens. In den letzten Monaten erhoben mehr und mehr Menschen ihre Stimme, die sich von der Gruppe abgewandt haben und persönliche Verletzungen beklagen, sich aber offenbar auch online finden und teilweise organisieren. Im Folgenden werden einige Informationen zu Bhakti Marga zusammengefasst, es wird ein Überblick über die Kritikpunkte gegeben sowie ein großer Teil der aktuellen Internetquellen zusammengestellt.

Kurze Geschichte

Mahadeosingh („Visham“) Komalram, heute Paramahamsa Sri Swami Vishwananda, wurde 1978 auf Mauritius geboren und wuchs in einem hinduistischen Umfeld auf.1 Dem spirituell besonders begabten Fünfjährigen soll Mahavatar Babaji, der mythenumrankte indische Meister aus dem Himalaya, erschienen sein, auf den sich auch der bekannte Guru Yogananda bezog. In seiner Jugend war Vishwananda wohl öfters in Puttaparthi bei dem indischen Guru Sathya Sai Baba. Dort kam er mit den „übernatürlichen Fähigkeiten“ in Berührung, für die Sai Baba bekannt war. Später löste er sich von dem Guru und begann selbst, Schülerinnen und Schüler um sich zu sammeln, übernahm aber die Praxis, Vibhuti (heilige Asche), Schmuckgegenstände, Blumen zu „materialisieren“, ja goldene Eier („Lingam“) zu manifestieren.

Ab 1998 wurde Vishwananda in die Schweiz und nach England eingeladen, später nach Deutschland und in andere Länder. Er zog eine wachsende Anhängerschar an und interessierte sich auch für das Christentum. So ließ er sich christlich taufen, bzw. taufte sich selbst, und behauptete, von Jesus und der Mutter Gottes Botschaften zu erhalten. Seine Vorliebe für christliche Reliquien war indessen so groß, dass er im Jahr 2001 zusammen mit zwei Anhängerinnen durch die Schweiz zog und aus mindestens 23 Kirchen und Klöstern Knochen, Schädel und sakrale Gegenstände entwendete. So stellte es ein Schweizer Gericht fest, das ihn dafür 2007 wegen Sachbeschädigung und Störung der Glaubens- und Kultusfreiheit zu einer bedingten Freiheitsstrafe von vier Monaten verurteilte.

Die Gemeinschaft Bhakti Marga („Weg der Liebe und der Hingabe“) entstand nach ersten Anfängen in privaten Wohnhäusern und angemieteten Räumen in dem kleinen Ort Steffenshof im Hunsrück (Rheinland-Pfalz). Dort erwarb die noch relativ kleine Gruppe 2004 ein Anwesen und baute es zum Ashram aus. 2005 gründete Vishwananda den „Bhakti Marga Orden“, in dem zunächst etwa ein Dutzend Mönche und Nonnen, zu Brahmacharis geweiht, geschlechtergetrennt und zölibatär lebten. Als bekannt wurde, dass Vishwananda seine homosexuellen Neigungen mit jungen Anhängern auslebte und sich damit selbst nicht an die anderen auferlegten Gelübde hielt, kam es zu einer Krise. Vishwananda gab später offenbar zu Protokoll, er habe mit 15 Jugendlichen und jungen Erwachsenen sexuelle Beziehungen gehabt. Mehr als die Hälfte der Devotees verließ die Gemeinschaft. Vishwananda löste den Orden auf und unterrichtete seine Anhänger im September 2008 darüber. Er werde weiterhin da sein und ein spirituelles Leben anbieten, man könne in Kontakt mit ihm bleiben, wenn man „mich akzeptiert, wie ich bin“. Noch auf dem Steffenshof waren die ersten Swamis initiiert worden, der räumliche Wechsel nach Heidenrod-Springen im Taunus Mitte desselben Jahres kam jedoch gelegen. Er signalisierte einen Neuanfang, die Gemeinschaft war allein schon durch die Notwendigkeit umfangreicher Sanierungsarbeiten auf dem großen neuen Gelände voll gefordert.

Inzwischen ist Bhakti Marga (BM) enorm gewachsen. Im Mai 2013 wurde das Seminarzentrum „Shree Peetha Nilaya“ eröffnet und ein hauseigener Hotelbetrieb mit bis zu einhundert Gästen aufgenommen.2 Im Sommer 2018 konnte ein großer Hindutempel eingeweiht werden.3 Der „Bhutabhrteshwarnat“-Mandir („Der Herr, der das ganze Universum nährt“) bietet mehreren Hundert Gästen Platz und ist mit einem monumentalem Altarbereich mit reichen, in Indien hergestellten Teakholz-Schnitzereien sowie bunten Wandbemalungen ausgestattet.

Es gibt eine christliche (orthodoxe) Kapelle mit Reliquien und Ikonen auf dem Ashramgelände. In letzter Zeit ist eine stärkere Hinwendung zum Hinduismus (Vaishnava-Tradition, Vishnu-Verehrung) zu beobachten, ohne dass die christlichen Elemente ganz aufgegeben werden.4

Finanziell wird das groß gewordene Unternehmen durch die persönlichen Abgaben der Devotees (mindestens zehn Prozent des Gesamteinkommens nach Abzug der Ausgaben), durch Spenden sowie durch Einnahmen aus dem Gästebetrieb, dem Souvenirshop und einem vielfältigen Angebot an Vorträgen, Kursen, Retreats und anderem mehr getragen („Bhakti Marga Academy“).

Nach eigenen Angaben ist BM („the Bhakti Marga mission“) heute in 80 Ländern aktiv.5 Außer dem Hauptzentrum in Springen, zugleich Hauptwohnsitz Vishwanandas, soll es fünf Ashrams sowie 32 Tempel in 23 Ländern geben, darunter Schweiz, Österreich, Italien, Portugal, Polen, Lettland, Slowenien, Kroatien, aber auch Südafrika und USA. 31 Swamis und Swaminis (Meister, zu erkennen an der orangen Robe) aus 19 Ländern seien von Vishwananda berufen worden, um als Koordinatoren die Organisation und die Geschicke der Bewegung weltweit zu lenken. Sie bilden den engsten Kreis um den Guru. Die meisten der Anhänger sind die Devotees, die eine erste Einweihung erhalten haben, durch die sie der Guru-Schüler-Beziehung verpflichtet sind und damit bestimmte asketische Regeln sowie absoluten Gehorsam gegenüber dem Guru befolgen. Gleichsam der äußerste Kreis wird von den „Followern“ gebildet, die als Pilger oder Gäste der Festivals etc. zeitweise am Gemeinschaftsleben teilnehmen. Die Zahl der ständigen Bewohner des Ashramgeländes hat sich von etwa 40 zu Beginn auf knapp 80 verdoppelt (2018).

Kritische Berichte

Bhakti Marga bedeutet „Weg der Liebe und der Hingabe“, im Zentrum steht die Präsenz des Göttlichen und die reine, bedingungslose Liebe, die durch den Guru verkörpert wird und die in der Begegnung mit ihm und in der spirituellen „Reise vom Verstand in das Herz“ erfahren und gelebt werden soll. Vishwananda sieht sich selbst in der Tradition des mythischen indischen Meisters Babaji, der auch den bekannten Guru Yogananda (1893 – 1952) beeinflusst haben soll, den Autor des Buches „Autobiographie eines Yogi“ und bedeutenden Vermittler des (Kriya) Yoga und östlicher Meditation an den Westen. An Yogananda erinnern stark Vishwanandas attraktive physische Erscheinung wie auch der religiöse Titel Paramahamsa. Wie eine Imitation seines früheren Lehrers Sathya Sai Baba hingegen wirken die wundersamen Materialisationen, von Kritikern als Taschenspielertricks abgetan. In der Innensicht gelten solche Meinungen freilich nichts. Vishwananda wird als spiritueller Meister und als „Personifikation von Bhakti“ angesehen, als „lebende Verkörperung der Liebe“. In den BM-Schriften wird sehr klar zum Ausdruck gebracht, dass Vishwananda eine Inkarnation Narayanas ist „und daher gleichbedeutend mit Gott“6. Alle anderen Gottheiten sind Narayana und damit dem Guru untergeordnet. „Folglich ist Guruji [d. i. Vishwananda; F. E.] nicht nur der Weg, sondern auch das Ziel.“ Um diesem Ziel näherzukommen, werden die Devotees auf „Guru-Bhakti“ verpflichtet, die völlige Hingabe an den Meister. „Alle Aufmerksamkeit, alle Hingabe und aller Dienst des Devotees werden ausschließlich dem Satguru und niemand anderem erbracht.“7

Die Anhängerinnen und Anhänger tun also, was der Guru will, und zwar unter Ausblendung eigener Meinungs- und Willensbildung („Wenn der Guru also etwas sagt, dann ignoriere vollständig, was du fühlst“8). Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, dass ein Klima der Unterwürfigkeit, ja der Abhängigkeit entstehen kann. Gibt es keinerlei Korrektiv für den Meister – was bei Gottgleichheit per se ausgeschlossen erscheint9 –, ist die Versuchung da, die derart uneingeschränkte Position der Autorität und Macht auszunutzen. Aus der Innensicht geht es um die Gnade, die vom Lehrer zum Schüler fließt und Wissen in Weisheit verwandelt. Allein durch den Guru und im Gehorsam ihm gegenüber können spirituelle Fortschritte auf dem Weg „zur Selbstverwirklichung und letztendlich zur Gottverwirklichung“10 gemacht werden. Es können karmische Belastungen genommen werden. In diesem Verständnis handelt der Guru in überfließender Liebe völlig selbstlos. Wenn der Guru etwas befiehlt, was ich nicht verstehe oder nicht einordnen kann, was mir gar widerstrebt, so ist es doch seine vollkommene Weisheit, die als Gewähr für die Richtigkeit und Rechtmäßigkeit des Befohlenen genügt. Widerspruch ist eine schwere Sünde. Oft wird erst (zu) spät versucht, die Dinge rational zu prüfen.

Nach dem Gesagten ist klar, dass es hier im Fall von sexuellen Handlungen bzw. Handlungen, die sexuell verstanden werden (können), rasch zu Missverständnissen und auch zu Missbrauch kommen kann. Ein Graubereich entsteht durch das Verschwimmen der Grenzen zwischen freiwilliger Zustimmung und erzwungenem Gehorsam. Die Devotees handeln freiwillig unter dem Zwang, den sie sich auferlegt haben und der von einigen erst im Nachhinein als solcher empfunden wurde, sodass dann in Einzelfällen auch von Vergewaltigung die Rede ist. Ebenso klar ist, dass es aus der Sicht der Betroffenen als kritikverhindernde und gleichsam immunisierende Abwehrstrategie erscheint, wenn auf Ansätze von kritischen Nachfragen gekontert wird: Der Guru darf eben alles; alles ist (nur) Lila (auch Leela, Sanskrit), d. h. „göttliches Spiel“,11 auch das sei zu lernen. Was aus der Innensicht wie die Erschließung unhinterfragbarer göttlicher Weisheit aussieht, gleicht aus der Außensicht plötzlich einem billigen psychologischen Trick. Die Verantwortung wird de facto auf die Betroffenen abgewälzt.

Sexuelles Fehlverhalten, sexueller Missbrauch

Vor diesem Hintergrund gipfeln kritische Äußerungen von ehemaligen Devotees im Vorwurf des sexuellen Missbrauchs, in mindestens zwei Fällen bis hin zur Vergewaltigung. Wobei die Berichte, auf die hier Bezug genommen wird, zeigen, dass die Betroffenen sehr reflektiert mit eben dieser Grauzone zwischen einvernehmlichen und erzwungenen Handlungen umgehen. Sie beschreiben ihre Erfahrung als eine der psychischen und emotionalen Manipulation.

Offenbar sammelt Vishwananda in seinem Wohnbereich vor allem oder ausschließlich Männer um sich. Betroffene berichten, dass sie dort aufgefordert wurden, den Meister zu massieren oder Zeit mit ihm zu verbringen. So sei es auch zu intimen Berührungen und sexuellen Handlungen gekommen, keineswegs immer einvernehmlich. Man erfährt, dass nicht wenige sich nach derartigen Erfahrungen von der Gemeinschaft abgewandt hätten, jedoch aufgrund der Verletzung nicht in der Lage seien, gegen Vishwananda und BM vorzugehen. Mehrere Aussteiger berichten, es habe keine Möglichkeit für eine klärende Aussprache gegeben, sie seien im Gegenteil unter Druck gesetzt und diffamiert worden. Kritik sei nicht erwünscht, und wer sie dennoch wage, werde als Lügner hingestellt. Es ist daher mit mehr Fällen zu rechnen, als bekannt geworden sind.
 

Hinduistischer Vaishnava-Lehrer und christlicher Bischof?

Die Erläuterungen zur Devotee-Einweihung schärfen die Identität der BM-Anhänger als Vaishnava-Hindus ein, „die das Prinzip von Guru-Bhakti leben“12. Sri Vaishnava ist eine hinduistische Tradition, die sich in Deutschland auf der Internetseite „Kōyil Deutschland“ vorstellt13 und dort am Beispiel Vishwanandas umfänglich in Deutsch und Englisch auf das Thema „Falsche Āchāryas erkennen“ eingeht.14  Folgt man der Argumentation dort, gibt es schon in Bezug auf Namen und Titel Vishwanandas Unstimmigkeiten, es fehlt auch der Hinweis auf seine gültige Einweihung. Ferner beziehe er sich auf Lehren (Shiva-Verehrung), die in dieser Tradition gerade nicht herangezogen werden. Hinzu kommt, dass die äußere Erscheinung und die Tatsache, dass Vishwananda Unterweisung in kostenpflichtigen Kursen gibt, gegen eine Vaishnava-Zugehörigkeit sprechen.15

Auch dass Vishwananda den Titel eines christlichen orthodoxen Bischofs der Apostolisch-Orthodoxen Kirche (AOC) in Moskau zu Recht trage, wird angezweifelt. Die an sich schon kuriose Angelegenheit wird nicht klarer, wenn man versucht, den Sachverhalt im Internet zu recherchieren. Eine Katholisch-Orthodoxe Apostolische Kirche (Соборная Православная Апостольская Церковь, Catholic Orthodox Apostolic Church, COAC) postet auf einer (einzigen) Internetseite eine „Notification for Europe“, in der vom Bruch mit der erwähnten AOC im März 2018 die Rede ist und vor BM gewarnt wird. Der zentrale Vorwurf: „The public co-serving of Metropolitan Vitali Kuzhevatov of the AOC with the head of the neo Hindu movement Paramahamsa Sri Swami Vishwananda who previously was ordained into priestly orders as Bishop Michael by Vitali Kuzhevatov is fraud and deception of all believers. The ‚Orthodox Church‘ in Orekhovo-Zuyevo in truth is the center of the international Hindu sect Bhakti Marga headed by Paramahamsa Vishwananda.“16  Weder die Identität der COAC, möglicherweise ein kleiner Ableger der Russisch-Orthodoxen Kirche, noch diejenige der mit Vishwananda angeblich verbundenen AOC, die dem Anschein nach nur wenige Mitglieder hat, ist unmittelbar klar. Sehr unwahrscheinlich, wenn nicht völlig ausgeschlossen, ist freilich aus grundsätzlichen Erwägungen die legitime Möglichkeit einer Kombination von hinduistischem Guru und christlichem Bischof. Ungeachtet dessen scheint Vishwananda durchaus christliche Messen und Zeremonien zu feiern.


Weitere Vorwürfe

Ein Betroffener schreibt, BM sei der Osho-Bewegung ziemlich ähnlich, und vergleicht sie mit der Netflix-Miniserie „Wild Wild Country“. Die Botschaft erscheine machtvoll und bewegend, aber was parallel dazu praktisch ablaufe, sei äußerst abstoßend.17  In den frühen Jahren war die Abhängigkeit der Anhängerinnen und Anhänger größer, da sie kein Einkommen hatten und nicht krankenversichert waren. Das hat sich schon vor Jahren verbessert. Von Druck, Manipulation des Denkens, teilweise Schlafentzug und anderem ist bis heute zu hören.

Dass einige Anhänger dem Ashram ihren ganzen Besitz vermacht haben, ist nicht von vornherein den BM-Verantwortlichen anzulasten, bringt die Betroffenen aber nichtsdestotrotz in große Schwierigkeiten, wenn die anfängliche Begeisterung in Enttäuschung umschlägt.

Ein Thema, das in der Kritik ebenfalls immer wieder auftaucht, ist die Transparenz des Unternehmens. Als ein Beispiel wurde das Schulspeisungsprojekt für arme Kinder in Deutschland „Lunch4Children“ genannt, das BM angeblich betrieben habe und dessen Durchführung Zweifel an der Transparenz und letztlich am Verbleib der gesammelten Spenden weckte.18

Einschätzung

Die Gemeinschaft vereint in ihrem religiösen Leben auf charakteristische Weise hinduistische (z. B. tägliche Puja, Verehrung des Göttlichen in Form verschiedener indischer Götterfiguren im hinduistischen Tempel) und christliche Elemente (z. B. orthodoxer Eucharistie-Ritus; Reliquienverehrung in der christlichen Kapelle). Der spirituelle Schwerpunkt liegt auf der hinduistischen Vorstellungs- und Ritualwelt. In dem, was der Guru lehrt und was in Heidenrod-Springen sozusagen ständig in der Luft liegt, geht es um Liebe und nochmals Liebe. So ziemlich alles, was Vishwananda veröffentlicht, hat das Wort „love“ im Titel oder auf dem Cover, man kann es als Konzentration anspruchsvollerer gedanklicher Zusammenhänge sehen – oder als Vermarktungsmasche.

Die Vorwürfe wie die kritischen Darstellungen im Internet sind im Einzelnen schwer nachprüfbar. In Deutschland und in Frankreich liegen wohl mittlerweile Anzeigen gegen Vishwananda vor. BM selbst reagiert abweisend bis repressiv, so die Erfahrung einiger, sodass gelegentlich anscheinend auch der Mut fehlt, dagegen anzugehen. Vonseiten der Gemeinschaft wird betont, dass alles, was der Guru tue, nur und ausschließlich zum Besten aller sei. Die Vorwürfe seien unwahr und entbehrten jeder Grundlage. Laut Kritikern wird unter BM-Devotees die Meinung gestreut, die kritischen Internetseiten und Blogs seien ein „Loyalty & Devotion Test“ des Gurus. Wer sich auf Vishwananda und Bhakti Marga einlässt, sollte zumindest wissen, dass es eine größer werdende Zahl von Menschen gibt, die sich getäuscht und gedemütigt fühlen und im Umgang des Gurus mit seinen Anhängern sehr stark Manipulation und Missbrauch seiner Position wahrnehmen.

Kritische Informationen und Diskussionsbeiträge werden vor allem von ehemaligen BM-Devotees im Netz verbreitet. In jüngster Zeit häufen sich die neuen Veröffentlichungen. Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass einige der Aussteiger besonders aktiv sind und die gleichen Informationen in verschiedenen Formaten aufbereiten, was der Dringlichkeit des Anliegens keinen Abbruch tut, sondern diese unterstreicht. Es folgt eine Zusammenstellung neuerer Veröffentlichungen mit kurzen Kommentaren.


Kritische Internetseiten, kurz kommentiert

www.youtube.com/playlist?list=PLsQJNXNgyWetgVdipjDDbyHdHqn7Vu01E&fbclid=IwAR3qPzRukHitfrSV-BmFP8FJAoBNpkyih0Nqhy4UG5sW_k8ATT_3BqFTDmA: „Bhakti Marga 2008 Outbreak“ (ganz aktuell von Ende 2019/Anfang 2020); zwölf Videos, eine Zusammenfassung der Krise 2008 in Einzelvideos. Von dort wird direkt verlinkt auf „Bhakti Alarm“; diese Seite geht über BM hinaus und thematisiert u. a. Swami Nithyananda, einen Freund von Vishwananda, dem in ähnlicher Weise Vorwürfe gemacht werden. [Am 12.02.2020 nicht mehr abrufbar.]

https://bhaktimargacritics.wordpress.com: ebenfalls zusammenfassend; einige der im Folgenden gelisteten Seiten werden im Überblick zusammengestellt.

www.youtube.com/watch?v=4nsAdD63ZSU: „Digging into Evidence & BM Facts: Fasten Your Seatbelts, It’s a Bumpy Ride!“ Zehn „Belege“, auch dies eine Zusammenfassung vorher schon geposteter Beiträge. [Am 12.02.2020 nicht mehr abrufbar.]

https://koyil.de/tag/vishwananda: „Kōyil Deutschland“: Seite der hinduistischen Sri- Vaishnava-Tradition in Deutschland, die sich deutlich von Vishwananda distanziert.

http://jagadanandadas.blogspot.com/2015/03/swami-vishwanandasbhakti-marga-and.html: „Jagadananda Das’s Doubts In Vrindavan“ (2015): Abwägend, vorsichtig kritische Reflexion des Gaudiya-Math-Anhängers Jagadananda Das, eines Schülers des ISKCON-Gründers Prabhupada, mit Anfragen an Bildung, Reife und die Guru Parampara (eigene Guru-Traditionslinie) Vishwanandas. Er hofft auf einen guten Einfluss des Vaishnava-Gelehrten Babaji Satyanarayana Dasa vom Jiva Institute in Vrindavan (heilige Stadt in Indien).

www.youtube.com/watch?v=SY6RSHA3lfY&t=14s: „Swami Vishwananda – Swami Nityananda [sic] – Sogyal Rinpoche: SAME ‚HOLY‘ SEX SCAMS“: Video von Henri Jolicoeur, kanadischer Psychotherapeut, mit eindringlicher Warnung aufgrund seiner Erfahrung und seiner Studien.

www.coachurch.ru/uvedomlenie-dlya-evropy?fbclid=IwAR2PNZmAourZ7nc9nBLyWm25I5cg9zr00kRFIk7uKsSZgzDBwwb0NlLriR8: „Notification for Europe“ (2018): Stellungnahme der russischen Katholisch-Orthodoxen Apostolischen Kirche (COAC) zum Bruch mit der Apostolisch-Orthodoxen Kirche (AOC); Distanzierung von BM.

https://falsevishwananda.wordpress.com/2018/07/09/deutsche-ubersetzung-von-vishwananda: „Speakyourtruth“ (2018): Der US-Amerikaner Miles (Vorname) berichtet sachlich und ausführlich über seine Vergewaltigung durch Vishwananda 2016.

www.facebook.com/infosekta/posts/2346828895549079: „Der falsche Guru Vishwananda“ (2018): ausführlicher Bericht einer Gruppe von betroffenen jungen Männern mit Hinweisen zur Geschichte von BM; eindringliche Warnung vor Vishwananda, übersetzt und bewahrt von infoSekta, Fachstelle für Sektenfragen (Zürich); der ursprüngliche Blog (https://reviewaguru.blogspot.com) wurde entfernt.

www.youtube.com/watch?v=F5CUYHF_eos&t=289s: „Bhakti Devotee Sexually Abused by Vishwananda (True Story Testimonial Recording“, 2019) und

www.youtube.com/watch?v=7cLReHEjjes&t=12s: „Bhakti Devotee‘s Sexual Abuse by a Guru (True Story Testimonial)“ (2019): zwei ausführliche Tonaufnahmen von ehemaligen Anhängern, die sexuellen Missbrauch erlebten.

https://medium.com/@camilla.warren1/warning-here-is-new-proof-that-gurus-are-not-what-they-seem-to-be-and-could-damage-your-life-c3951fd2c764: „Warning: Here is new proof that Gurus are not what they seem to be, and could damage your life“ (C. Warren, 2019): Bericht einer Engländerin, die mit Vishwananda und Nithyananda gelebt hat; Transkription der beiden vorigen Audioaufnahmen in Auszügen.

www.youtube.com/watch?v=6ylnHGlDOHU: „Témoignage 1: Abusé sexuellement par le Bhakti gourou“: ausführlicher französischer Bericht, Teil I (2019). [Am 12.02.2020 nicht mehr abrufbar.]

www.youtube.com/watch?v=hw7m97DL3NA&t=29s: „Témoignage 2: Abusé sexuellement par le Bhakti gourou“: ausführlicher französischer Bericht, Teil II (2019).  [Am 12.02.2020 nicht mehr abrufbar.]

www.youtube.com/watch?v=mKlcMfnUpi0: „Témoignage 3: Abusé sexuellement par le Bhakti gourou“: ausführlicher französischer Bericht, Teil III (2019). [Am 12.02.2020 nicht mehr abrufbar.]

https://vishwanandaexposed.tumblr.com: „Vishwananda Scandal Exposed“ (ca. 2014): Entlarvung der Materialisationen, Warnung vor Gefahren.

Ähnlich: https://vishwanandafake.wordpress.com: „Viswananda Is Fake. Vishwananda Is a Big Liar. Find all Truth Here and Save Your Souls“ (2016).

www.gurumindcontrol.blogspot.com: „cult, guru and mind control“ (2019): Blogeinträge rund um den „fake Avatar“ Vishwananda. [Am 12.02.2020 nicht mehr abrufbar.]

http://tellthetruth123.wordpress.com/2009/04/16/hello-world: „Are you interested in the truth about Swami Vishwananda?“ (2009). [Am 12.02.2020 nicht mehr abrufbar.]

www.religiousforums.com/threads/hindus-swami-vishwananda-criticism-and-controversy.201071: „Hindus: Swami Vishwananda criticism and controversy?“ (2014).

www.vishwanandawarning.blogspot.com: Wohl von Sathya Sai Baba-Anhänger/in, der/die Vishwananda für einen falschen Nachahmer Sai Babas hält (2018).



Download Flyer (pdf-Datei): „What is wrong with Bhakti Marga – Proof & Evidence“ (2019):

Im Dezember 2019 wurde ein digitaler Flyer ohne Datum und ohne Impressum verbreitet, der eine ausführliche Auflistung derzeit erreichbarer Internetinformationen zur Kritik an BM enthält. Sie ist gegliedert in „Links To The Evidence Collection On Youtube Videos“ – „Links To Testimonials Of The Abused Victims“ – „Links To Blogs + Forums + Websites With Evidence“ – „Extra Evidence“.


Anmerkungen

1 Vgl. zum ganzen Abschnitt Heike Beck, Bhakti Marga eröffnet spirituelles Zentrum in Springen/Taunus, in: MdEZW 8/2013, 293-298, sowie das Sammelvideo (YouTube) „Bhakti Marga 2008 Outbreak“, s. u. Auflistung an erster Stelle (alle Internetseiten in diesem Artikel wurden zuletzt aufgerufen am 10.1.2020).
2 Vgl. Beck, Bhakti Marga (s. Fußnote 1), 294.
3 Vgl. Friedmann Eißler, Bhakti Marga: Neuer Tempel im Taunus eingeweiht, in: MdEZW 11/2018, 430f.
4 In der von BM herausgegebenen Broschüre „Devotee-Einweihung. Erläuterungen“ (auf https://bhaktimarga.de) heißt es auf S. 3 zur „Devotee-Identität“: „Als Eingeweihte sind wir Hindus, genauer gesagt Sri Vaishnavas, die das Prinzip von Guru-Bhakti leben.“
5 Vgl. www.bhaktimarga.org/bhakti-marga/global.
6 Devotee-Einweihung (s. Fußnote 4), 4. Zuvor wird klargestellt, dass Narayana die Identität Gottes sei.
7 Ebd., 6.
8 Ebd.
9 Ein gewisses Maß an Korrektur ist gewöhnlich durch ein soziokulturelles Umfeld möglich, in dem Gurubeziehungen gang und gäbe sind – das hier jedoch wegfällt.
10 Devotee-Einweihung (s. Fußnote 4), 3.
11 Das sich letztlich nicht an moralischen oder gesetzlichen Grenzen orientiert.
12 Devotee-Einweihung (s. Fußnote 4), 3.
13 Vgl. https://koyil.de/category/einfuhrung/einfuhrung-kurz.
14 https://koyil.de/tag/vishwananda; Acharyas sind spirituelle Lehrer, die durch ihr Beispiel lehren.
15 Im Internet kann man ferner lesen, dass Vishwananda seinen Hindu-Titel „Mahamandaleshwar“ in Indien angeblich für 30 000 US-Dollar gekauft habe.
16 www.coachurch.ru/uvedomlenie-dlya-evropy?fbclid=IwAR2PNZmAourZ7nc9nBLyWm25I5cg9zr00kRFIk7uKsSZgzDBwwb0NlLriR8.
17 Vgl. https://falsevishwananda.wordpress.com/2018/07/09/deutsche-ubersetzung-von-vishwananda.
18 Inzwischen ist die Internetseite www.lunch4children.de nicht mehr erreichbar.

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