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Wir stehen im Dialog mit religiösen und weltanschaulichen Gruppen
und Strömungen der Gegenwart. Unsere Erkenntnisse stellen wir
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Titelblatt_Materialdienst_8_2016 Unser monatliches Magazin
Aktuelles Heft: 8/2016
  • Dialog und Mission - kein Widerspruch
  • Die buddhistische Laienbewegung Sōka Gakkai
  • Harmonie für Mensch und Tier
    Die japanische Organisation Shumei
  • Robert Betz und die Transformations-Therapie
  • Stichwort: Reformislam 

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Neu erschienen: Kai Funkschmidt (Hg.) Esoterik in der Kirche

Gülen nach dem Putschversuch in der Türkei

EZW-Newsletter Ausgabe 7-8/2016, 2.
21.07.2016

Sehr schnell stand für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan fest, wer die Hauptdrahtzieher des gescheiterten Putschversuchs in der Türkei am vergangenen Freitag waren: Fethullah Gülen und seine "Gülenistische Terrororganisation". Gülen wies die Vorwürfe umgehend zurück.

Der türkisch-amerikanische Prediger und der heutige Präsident waren seit dem Aufschwung der türkischen Regierungspartei AKP 2002 bis vor drei Jahren enge Verbündete. Man schaltete gemeinsame Gegner aus und war sich – wie übrigens auch mit der Milli Görüs-Bewegung – in wichtigen Grundpositionen einig: Ablehnung jeglicher "Verwestlichung", Verklärung des Osmanischen Reiches, zentrale Elemente der "Türkisch-islamischen Synthese" (Einheit von türkischer Nation und Islam), Forderung einer sittlich-moralischen Erneuerung der Türkei. Gülen war gegen eine direkte Politisierung des Islam und gründete daher auch keine eigene Partei; das überließ er Erbakan, Erdogan und anderen. Er setzte mit seiner Hizmet-Bewegung dagegen auf die Heranbildung einer schlagkräftigen muslimischen Bildungselite, die durch "Dialog und Bildung" zum Aufbau einer neuen, (islamisch-)sittlich gefestigten Gesellschaft beitragen und intellektuell in der Lage sein sollte, in der Konkurrenz mit dem Westen zu bestehen. Die quasi symbiotische Allianz zerbrach Ende 2013 im Streit um die Aufteilung der Macht. Anlass waren Erdogans Ankündigung zur Schließung Tausender Nachhilfeschulen, die wichtige Funktionen im Gülenimperium einnahmen, und ein darauf folgendes Korruptionsermittlungsverfahren gegen engste Erdogan-Kreise. Jetzt gilt Fethullah Gülen als Staatsfeind Nummer eins, Erdogan fordert seine Auslieferung, zehntausende Beamte wurden ihres Amtes enthoben, versetzt, verhaftet, Unternehmen wurden verstaatlicht, Sender geschlossen, Zeitungen unter staatliche Aufsicht gestellt. Gülen und seine Anhängerschaft werden massiv verfolgt. 

Fethullah Gülen hat in der Vergangenheit Militärputsche in der Türkei durchaus gutgeheißen, er hat seine Leute allerdings nicht in erster Linie im Militär. Vor dem Hintergrund der machtpolitischen Realität und Gülens Option, auf gesellschaftliche Entwicklungen nicht revolutionär, sondern evolutionär einzuwirken, erscheint es zunächst nicht plausibel, den Prediger hinter dem jüngsten Militärputschversuch zu vermuten. So oder so bietet das Ereignis dem zunehmend diktatorisch auftretenden Präsidenten die willkommene Gelegenheit, die Türkei weiter radikal nach seinen Vorstellungen umzubauen.

Anhängerinnen und Anhänger Fethullah Gülens geraten auch in Deutschland unter Druck. Es gibt Angriffe auf Einrichtungen, Einschüchterungsversuche, Beschimpfungen bis hin zu Morddrohungen. Die UETD (Union Europäisch-Türkischer Demokraten, eine Lobby-Organisation der AKP) ruft über WhatsApp zum Boykott Gülen-naher Unternehmen auf. Eine Hotline-Nummer wird verbreitet mit der Aufforderung, AKP-Gegner und Gülen-Anhänger gegenüber dem Präsidialamt in Ankara zu denunzieren. In Frankreich wurde ein Hotel von einem Mob gestürmt und ein Kulturzentrum in Brand gesetzt, in Stuttgart bittet die Leitung der BIL-Schulen um Polizeischutz.

Die Diffamierung und Denunzierung von Mitbürgerinnen und Mitbürgern geht uns alle an. In Sachen Sicherheit, Bürgerrechte und Wahrung des Respekts dürfen keine Einschränkungen akzeptiert werden.

Wenn sich die Anhänger Gülens jetzt allerdings als die – im Gegensatz zu Erdogan – wahren Demokraten und Vertreter von Religionsfreiheit und Menschenrechten präsentieren, sollte im Blick bleiben, dass diese Redeweise zwar von Anfang an zur Selbstdarstellung der Gülen-Bewegung gehört hat, dass sie aber ebenso von Anfang an in weitreichender Übereinstimmung mit den (langfristigen) inhaltlichen Zielen Erdogans (und Erbakans) verstanden wurde und wird. Kurz: In der machtpolitischen Konstellation hat sich alles, im Blick auf die Vision einer islamischen Gesellschaft, die Gülen mit den politischen Protagonisten teilt, hat sich nichts geändert.

Weitere Informationen zu den Hintergründen, aber auch zu aktuellen Positionen und Strukturen der Gülen-Bewegung in Deutschland finden Sie in unserer Publikation "Die Gülen-Bewegung (Hizmet)", EZW-Texte 238, 220 S.

Dr. Friedmann Eißler

Dialog und Mission - kein Widerspruch

Ist Mission als überholte Aufgabe zu betrachten, die zwar Teil der Christentumsgeschichte ist, aber in das Zeitalter des interreligiösen Dialoges nicht mehr hineinpasst? Kann der Dialog an die Stelle der Mission treten? So wurde bereits in den 1960er und 1970er Jahren gefragt. Auch heute gibt es grundsätzliche Skepsis gegenüber der Sache und dem Begriff Mission.

Die buddhistische Laienbewegung Sōka Gakkai

Die Sōka Gakkai (SG) ist heute mit ca. 8,27 Millionen Haushalten in Japan die größte religiöse Organisation des Landes, darüber hinaus wird mit 1,5 Millionen Mitgliedern der SG International in 192 weiteren Ländern gerechnet. Sie ist damit nicht nur eine der größten religiösen Organisationen weltweit, sondern verfügt auch über ein großes Konglomerat von kulturellen und wirtschaftlichen Einrichtungen, letztere insbesondere im Bereich von Medien (eigene Tageszeitungen, Buchverlag etc.).

Robert Betz und die Transformations-Therapie

Seit einigen Jahren wirbt der Diplom-Psychologe Robert Betz mit Büchern, Audiobooks und Vorträgen für die Dienstleistungen seiner „Robert Betz Transformations GmbH“. Nicht zuletzt sind zwei Artikel, die in den vergangenen drei Jahren in dieser Zeitschrift über Betz und seine „Transformations-Therapie“ veröffentlicht wurden, ein Hinweis darauf, dass sich der Psychologe in der esoterischen Landschaft gut etabliert hat.

Religiöse Zugehörigkeiten von Asylsuchenden

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat in seinem Bericht zum Thema Asyl 2015 auch zur ethnischen Herkunft und zur Religionszugehörigkeit der Asylsuchenden aussagekräftige Zahlen publiziert.

ACK in Mecklenburg-Vorpommern nimmt NAK im Gaststatus auf

Erstmalig hat eine regionale Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) die Neuapostolische Kirche (NAK) als Gastmitglied aufgenommen. Am 24. Juni 2016 stimmte die Versammlung der ACK in Mecklenburg-Vorpommern dem Antrag der NAK Norddeutschland vom 31. März zu.
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Zwischen Anwalt und Richter

Zum Umgang mit religiösen Minderheiten in der Reformationszeit und heute

Eine Fachtagung der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen und des Konfessionskundlichen Instituts

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Curriculum Religions- und Weltanschauungsfragen

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